Merkblätter (5)

Luftschutz=Merkblatt Nr. 4

Merkblatt für die Familie

Für Luftschutzübungen und für den Ernstfall. Auf starke Pappe aufkleben und gut aufbewahren.

Aufgaben im Frieden:
Aufklärung aller Familienmitglieder durch den Haushaltungsvorstand.
Die im Haushalt für den Selbstschutz in Frage kommenden Gegenstände feststellen (Eimer, Wannen, Spaten, Schaufel, Gartenschlauch, Axt, Beil, Verbandmaterial, Decken usw.) und dem Luftschutzwart für Übungen und den Ernstfall zur Verfügung stellen.
Die fehlenden Gegenstände, soweit eine anderweitige Regelung nicht getroffen ist, durch freiwillige Opfer beschaffen helfen.
Dachboden entrümpeln.
Endgültige Verdunklungsmaßnahmen treffen.
Behälter für die kampfstoffsichere Verpackung der Lebensmittel auswählen (Kisten, Blechdosen, Zellglaspapier usw.).
Den Luftschutz durch rege Mitarbeit unterstützen.

Aufgaben nach „Aufruf des zivilen Luftschutzes“
Allen Anordnungen des Luftschutzwartes Folge leisten.
Alles so in der Wohnung vorbereiten, daß diese in kürzester Zeit verlassen werden kann.
Abends vor dem Lichtmachen die Verdunkelung durchführen. (Oberlichter, Dachbodenfenster, Abortfenster, Speisekammerfenster nicht vergessen!)
Den Dachboden vollständig räumen.
Lebensmittel nicht offen liegenlassen.
Zur Sicherung gegen chemische Kampfstoffe genügt sorgfältiges Einwickeln in Papier oder Aufbewahren in geschlossenen Behältern, z. B. Kochtopf mit Deckel.
Wasser zum Trinken, Kochen, Löschen dauernd bereitstellen.
Eimer, Fässer usw. stets mit Wasser gefüllt halten.
Kleidungsstücke nachts griffbereit neben das Bett legen.
Luftschutzraumgepäck bereithalten (Volksgasmaske, Mäntel,Decken, Kissen, Taschenlampen, Lebensmittel, für Kinder und Kranke Thermosflasche mit Getränk, Kinderspielzeug, wichtige Papiere).
Wenn alle Familienmitglieder auf längere Zeit die Wohnung verlassen, ist ein Schlüssel beim Luftschutzwart abzugeben.

Aufgaben bei „Fliegeralarm“
Ruhe bewahren!
Fenster öffnen, wenn kein Schutz durch zu schließende Rolläden oder Fensterläden möglich ist. Dabei Verdunklungspflicht beachten. Türen schließen.
Die in den Wohnungen befindlichen Gashähne schließen.
Elektrische Hauptschalter der Wohnung ausschalten oder Hauptsicherung lockern.
Wohnungstür nicht zuschließen (Reserveschlüssel an Luftschutzwart abgeben).
Kranken und Gebrechlichen Hilfe leisten.
Selbstschutzkräfte begeben sich nach den Anordnungen des Luftschutzwartes auf ihre Plätze.
Die übrigen Familienmitglieder gehen ruhig in den Luftschutzraum; Luftschutzraumgepäck mitnehmen.

Aufgaben während und nach dem „Luftangriff“
Ruhe bewahren!
Jedes unnötige Sprechen, jede unnötige Bewegung im Luftschutzraum vermeiden.
Nicht rauchen, kein offenes Licht benutzen, den Anordnungen des Luftschutzwartes oder seines Stellvertreters unbedingt Folge leisten.

Aufgaben nach der „Entwarnung“
Erst nach Anordnungen des Luftschutzwartes ruhig in die Wohnung gehen.
Wohnung gut durchlüften, dabei kein Licht machen.
Erst Licht machen, wenn Fenster wieder verdunkelt sind.
Die Inbetriebnahme der Gasverbrauchsgeräte darf erst nach Genehmigung durch den Luftschutzwart erfolgen.
Luftschutzraumgepäck wieder bereitlegen.
Bei Kampfstoffverdacht keine Gegenstände berühren. Luftschutzwart benachrichtigen.
Zerbrochene Fensterscheiben zunächst behelfsmäßig ausbessern. (Durch Pappscheiben usw. ersetzen.)



Herausgegeben vom Präsidium des Reichsluftschutzbundes, Berlin W35